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Migration FHEM
Viele Anwender betreiben bereits ein Smart‑Home‑System und möchten zu OpenCCU wechseln (oder OpenCCU als Add‑on in Home Assistant einsetzen). Häufig liest man in Tutorials und Videos, dass Homematic‑Geräte dafür an der alten Zentrale abgelernt oder sogar auf Werkseinstellungen zurückgesetzt werden müssten. Das ist nicht zwingend notwendig: Mit etwas Aufwand lassen sich Homematic‑Geräte (klassisch, nicht Homematic IP) auf OpenCCU übernehmen, und ein Parallelbetrieb von OpenCCU und dem bisherigen System ist grundsätzlich möglich.
Hinweis: Diese Anleitung beschreibt exemplarisch die Migration von FHEM zu OpenCCU. AES‑Verschlüsselung wird nicht behandelt. Für die Schritte sind Grundkenntnisse in Linux erforderlich (SSH‑Zugriff, Navigation im Dateisystem, Bearbeiten von Dateien z. B. mit
vi).
Jedes Gerät, das von einer Zentrale gesteuert wird, ist mit dieser gepaired. Grundlage ist die sogenannte HM‑ID (auch BidCos‑Adresse). OpenCCU bietet aktuell keine Möglichkeit, die HM‑ID über die WebUI zu ändern; dies ist nur auf Betriebssystemebene möglich.
Unter FHEM wird häufig ein HM‑MOD‑RPI‑PCB auf einem Raspberry Pi verwendet. Dieses Setup kann weiterhin genutzt werden:
- OpenCCU direkt auf dem Raspberry Pi betreiben (als eigenständige Zentrale), oder
- den Raspberry Pi als LAN‑Gateway konfigurieren und in die eigentliche Zentrale einbinden (z. B. OpenCCU als Home‑Assistant‑Add‑on).
Nicht unterstützt sind Lösungen, die ein HM‑MOD‑RPI‑PCB mit einem ESP8266 (z. B. Wemos D1 mini als WLAN‑Homematic‑Interface) kombinieren. Wer ein ähnlich kompaktes Setup wünscht, nutzt den Raspberry Pi Zero mit HM‑MOD‑RPI‑PCB.
Installiere OpenCCU wie in der Dokumentation beschrieben. Wenn OpenCCU mit einem LAN‑Gateway betrieben wird, sollte dieses bereits mit der Zentrale verbunden sein. Auf Zentrale und (falls vorhanden) Gateway muss SSH aktiviert sein. Der Zugriff erfolgt mit dem Benutzer root und dem gesetzten SSH‑Passwort.
OpenCCU übernimmt nach dem ersten Start die HM‑ID des erstangeschlossenen Homematic‑Interfaces. Selbst wenn später ein anderes Interface verwendet wird, bleibt diese HM‑ID erhalten. Ein Ändern nur im LAN‑Gateway genügt nicht. Die HM‑ID muss in der Zentrale und – sofern eingesetzt – im LAN‑Gateway geändert werden.
Vorgehen: Am besten jeweils nur eine OpenCCU‑Instanz starten und auf diesem Gerät die HM‑ID ändern, damit es keinen gegenseitigen Austausch der HM‑ID zwischen Zentrale und Gateway gibt.
Die HM‑ID ist in der Datei ids hinterlegt. Diese Datei existiert an beiden Orten:
/var/ids/etc/config/ids
In der Datei wird die HM‑ID als BidCos-Address bezeichnet. Beide Dateien müssen sowohl in der OpenCCU‑Zentrale als auch im OpenCCU‑LAN‑Gateway angepasst werden.
Format beachten: Es kann vorkommen, dass die HM‑ID in der Zentrale dezimal gespeichert ist (statt hexadezimal). In diesem Fall den Hex‑Wert in Dezimal umrechnen und so eintragen.
Beispiel:0x123ABC→1194684
Sind die HM‑IDs in Zentrale und LAN‑Gateway aktualisiert, beide Geräte neu starten. Nach dem Hochfahren sollte die Zentrale das Gateway wieder als verbunden anzeigen.
Ist OpenCCU als Add‑on in Home Assistant installiert, ist kein direkter SSH‑Zugriff auf das Add‑on möglich. Die HM‑ID kann daher nicht direkt in den Dateien geändert werden. Workaround:
- Backup im OpenCCU‑Add‑on erstellen.
- Backup auf einer separaten OpenCCU‑Installation (z. B. Raspberry Pi mit OpenCCU) wiederherstellen.
- Dort per SSH die HM‑ID wie oben beschrieben ändern.
- Anschließend erneut ein Backup erstellen und dieses wieder im OpenCCU‑Add‑on wiederherstellen.
Sind alle Schritte erfolgt, sendet OpenCCU mit der gewünschten HM‑ID. Läuft FHEM noch parallel, kann man dies testen, indem man ein Homematic‑Gerät per Seriennummer an OpenCCU anlernt. Im FHEM‑Log erscheint dann eine Meldung wie:
2025.01.01 10:00:00 CUL_HM _HM-Devicename_ attack::01123ABC…
Im Hex‑Code steckt die neue HM‑ID; FHEM erkennt damit, dass eine weitere Zentrale auf ein bereits in FHEM angelerntes Gerät zugreift. Stimmt die HM‑ID mit der von FHEM überein, kann es sogar passieren, dass das in OpenCCU angelernte Gerät im Posteingang auftaucht. Für ein sauberes Anlernen in OpenCCU sollte das Homematic‑Interface von FHEM temporär deaktiviert werden, um Störungen zu vermeiden.
Für das Anlernen empfiehlt es sich, die Seriennummer des Geräts aus FHEM zu übernehmen und in OpenCCU die Anlern‑Funktion über Seriennummer zu verwenden. Da die Geräte bereits mit FHEM verbunden sind, ist an den meisten netzversorgten Geräten (z. B. Rollladenaktoren, Unterputz‑Relais) keine Aktion erforderlich. Batteriegeräte (z. B. Heizungs‑ oder Wandthermostate) melden sich nur periodisch; Fensterkontakte senden bei Zustandsänderung. Hier zum Anlernen die Anlerntaste drücken, damit die Geräte zeitnah auf OpenCCU reagieren.
Sind alle gewünschten Geräte in OpenCCU angelernt, wird deren Konfiguration (z. B. Heizungsprogramme, Rollladen‑Laufzeiten) übernommen und kann in OpenCCU eingesehen und angepasst werden.
Anschließend kann FHEM parallel wieder aktiviert werden. Die Geräte lassen sich dann sowohl über FHEM als auch über OpenCCU steuern. Dies sollte jedoch nur vorübergehend genutzt werden, da es zu unerwünschten Effekten kommen kann.
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